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06.12.2019

Unser Wahlprogramm

Gemeinsam für Ilmenau

Eine Stadt lebt nicht durch die Steine ihrer Gebäude, den Asphalt ihrer Straßen oder durch ihre Leitungsnetze.Eine Stadt lebt von den Ideen, Träumen und Taten ihrer Einwohner.

Wir – das Bürgerbündnis Ilmenau – wollen mithelfen, aus diesen Ideen Wirklichkeit zu machen. Unsere Stadt soll im besten Sinne lebenswert sein und bleiben – ein Ziel, dass man am besten gemeinsam erreicht. Wir verzichten auf Parteizwänge und hören stattdessen den Menschen zu, die in Ilmenau etwas voranbringen wollen.

Als Bürgerbündnis wollen wir die Interessen der Menschen in Ilmenau vertreten – im Stadtrat und darüber hinaus.

Wir wissen, dass es viele verschiedene Interessen gibt, die sich oft widersprechen. Wir wissen auch, dass die meisten Dinge Geld kosten und dass das vorhandene Geld nicht für alle Wünsche reicht. Darum ist es wichtig, Politik in Ilmenau vernünftig, demokratisch und transparent zu betreiben. Nur so finden wir gemeinsam den richtigen Weg.

 

Wir wollen für Ilmenau diese Schwerpunkte setzen:

1.   Wirtschaft

Damit es den Menschen in Ilmenau gut geht, muss die Wirtschaft funktionieren. Wir setzen uns darum für einen vernünftigen Ausgleich zwischen kommerziellen und kommunalen Interessen ein. Besonders wichtig sind uns:

Arbeitsplätze. Ilmenaus Bürger brauchen Arbeitsplätze, um hier zu bleiben. Wir setzen uns dafür ein, dass Firmen hier gute Bedingungen vorfinden und Arbeitsplätze schaffen können. Wir bemühen uns zusätzlich verstärkt  darum, Firmengründern zu helfen, die Arbeitsplätze von morgen zu schaffen.

Die Gründerförderung.  Die TU Ilmenau verlassen jedes Jahr Hunderte von Absolventen, von denen nur wenige in Ilmenau bleiben, um eine Firma zu gründen. Potentielle Gründer brauchen ein Netzwerk, das ihnen hilft. Universität und Stadt Ilmenau sind gefordert, eine gemeinsame Strategie für mehr Firmengründungen aus der Universität zu entwickeln. Wir wollen Gründern helfen und die dazu nötigen Netzwerke aktivieren. Das ist eine wichtige Aufgabe der Stadtverwaltung, die dabei eng mit der Universität zusammenarbeiten muss. 

Hervorragende Lebensbedingungen für junge Familien. Junge Menschen sind wichtig für unsere Stadt und ihre Wirtschaft. Darum muss Ilmenau alles tun, diese Menschen hier zu halten – und ihnen alle Gründe zum Bleiben bieten, wenn sie eine Familie gründen. Dazu gehören für uns Kinderfreundlichkeit und passender Wohnraum für  junge Familien.

Eine transparente Strategie der Stadtentwicklung. Die Entwicklung Ilmenaus besteht nicht nur aus Bebauungsplänen. Wir möchten gemeinsam mit allen Interessenten eine Vision entwickeln, wohin sich unsere Stadt in den nächsten Jahren entwickeln soll. Das vorhandene Stadtentwicklungskonzept muss fortgeschrieben und an die aktuellen Veränderungen angepasst werden.

Die Unterstützung lokaler Firmen. Eine Stadtverwaltung hat viele Aufträge zu vergeben. Wir sind dafür, kleine Aufträge ohne Ausschreibungspflicht generell an lokale Firmen zu vergeben.

Eine attraktive Innenstadt. Der Handel funktioniert am besten in Fußgängerzonen. Wir wollen den Durchgangsverkehr auf der Marktstraße beenden, um den Bereich vom Apothekerbrunnen bis zum Marktplatz attraktiver zu machen. An sensiblen Stellen der Innenstadt wollen wir eine nachhaltige Verkehrsberuhigung erreichen.

Ein besseres  Stadtmarketing. Hier kann noch viel verbessert werden. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass es für dieses Thema ein entsprechendes Konzept gibt, das auch mit dem Tourismus-Marketing koordiniert ist. Dazu gehört die überregionale Kooperation, um bei Großveranstaltungen in der Region (z.B. in Oberhof) abgestimmte Angebote in Ilmenau zu machen.

Die lokale Energiegewinnung. Wir streben an, möglichst viel vom Ilmenauer Energiebedarf lokal zu erzeugen. Wir wollen im Stadtrat mithelfen, dieses Ziel gemeinsam mit Ilmenaus Bürgern, den lokalen Handwerkern, den Spezialisten der Universität und insbesondere mit den Stadtwerken zu erreichen. Es ist nötig, für unsere Stadt eine Strategie zur Energieversorgung zu entwerfen, die in die Zukunft reicht. Darüber hinaus setzen wir uns für einen Ilmenauer Energiefonds ein.

Die Versorgung mit Breitband-Internet. Internetanbindungen mit hoher Geschwindigkeit sind ein wichtiger Standortfaktor. Für die Universitätsstadt Ilmenau muss die Versorgung der Einwohner und Firmen mit Breitband-Internet eine normale Infrastruktur-Aufgabe sein. Wir setzen uns dafür ein, dass auch die Stadtgebiete versorgt werden, die bis jetzt durch kommerzielle Anbieter nicht erschlossen sind. Wir unterstützen das Vorhaben, bei Tiefbauarbeiten in Ilmenau Leerrohre zu verlegen, um bei Bedarf Wege für Glasfaserkabel zur Verfügung zu haben.

Die lokale Kommunikation. Hier kann man viele Dinge besser machen. So kann man die Website der Stadt effektiver als Medium zur Information und Kommunikation einsetzen. Auch das Stadtmarketing ließe sich so verbessern. Wir setzen uns außerdem für einen TV-Informationskanal in den Kabelnetzen der Stadt Ilmenau ein. Dieser Service soll Einwohner und Gäste Ilmenaus mit aktuellen Informationen versorgen und die Kommunikation in der Stadt verbessern.  Auf diesem Weg lassen sich auch die Stadtratssitzungen übertragen.

2.   Kinder, Jugend und Familien

Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Wir alle sind in der Pflicht, uns um unseren Nachwuchs zu kümmern – erst recht als Kommune. Dazu zählen für uns:

Eine klare Strategie für Kinder und Jugend. Gemeinsam mit allen betroffenen Parteien (Kindereinrichtungen, Eltern, Schulen, Landkreis, Sozialamt) wollen wir eine Vision entwickeln, wie die Stadt Ilmenau mit ihrem Nachwuchs umgeht.

Wir unterstützen den Kinder- und Jugendbeirat. Kinder und Jugendliche dürfen auch in Ilmenau nicht wählen, leben aber in der Stadt. Der Kinder- und Jugendbeirat gibt  ihnen die Chance, gehört zu werden und ihre Stadt mit zu gestalten. Aktuell hat der Beirat noch nicht die nötige Unterstützung durch die Ilmenauer Jugend. Hier ist noch mehr Öffentlichkeitsarbeit nötig, die wir unterstützen wollen.

Kommunalwahl mit 16 Jahren. Wir setzen uns dafür ein, dass bei Kommunalwahlen das Mindestalter der Wähler auf 16 Jahre gesenkt wird.

Die Integration der Schulen im kommunalen Raum. Die rechtliche Verantwortung für die Schulen liegt beim Landkreis und beim Schulamt – die Schulen befinden sich jedoch in der Stadt Ilmenau. Darum ist es uns besonders wichtig, die Schulen im kommunalen Raum zu integrieren.

Strategien gegen rechtes und ausländerfeindliches Gedankengut. Auch in Ilmenau gibt es Nazis und Menschen, die rassistische Einstellungen vertreten. Wir stellen uns klar gegen Rassismus und Rechtsextremismus und setzen uns dafür ein, dass dies auch zur Politik der Stadt Ilmenau gehört. Nur gemeinsam können wir rechtsextremem Kräften und deren Ideologien entgegentreten.

Familienfreundliches Wohnen. Kinder brauchen Raum zum Spielen und Wachsen. Wir wollen dafür sorgen, dass bei Stadtplanung und Bauvorhaben diese Tatsache nicht vergessen wird. Ilmenau braucht Raum für gemeinsames Wohnen von Jung und Alt und für alternative Wohnkonzepte. Der Wohnraum in Ilmenau muss bezahlbar bleiben, muss auch Alternativangebote zu niedrigen Preisen geben.

Kommunale Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. Unser Nachwuchs braucht Räume, um sich zu treffen, zu spielen und gemeinsam groß zu werden. Die Stadt Ilmenau soll darum das Schülerfreizeitzentrum im Naherholungsgebiet am Großen Teich fördern. Wir unterstützen Initiativen von Jugendlichen, die kommunale Einrichtungen für ihre Zwecke nutzen möchten – wie z.B. die Festhalle, die Eishalle im Sommer oder die Fischerhütte.  Jugendliche brauchen Räume für Eigeninitiative; hier ist uns die Unterstützung der Stadt besonders wichtig.

Medizinische Versorgung. Das Gesundheitssystem in Deutschland ist derzeit fast »kaputt-reformiert«. Für Ilmenau bedeutet das Probleme vor allem bei den Kinderärzten und der Versorgung mit Haus- und Fachärzten. Die Möglichkeiten für psychologische oder psychotherapeutische Betreuung sind unzureichend und müssen dringend erweitert werden.  Wir setzen uns dafür ein, dass die Stadt Ilmenau die ärztliche Versorgung ihrer Einwohner aktiv befördert.

Die Ortsteile einbeziehen.  Auch in den Ortsteilen von Ilmenau leben Kinder und Jugendliche. Sie brauchen zum Beispiel vernünftige Busverbindungen, um Angebote in der Stadt Ilmenau nutzen zu können.

3.   Integration zwischen Universität und Stadt Ilmenau

Die Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Ilmenau ist eine ständige Aufgabe. Mittlerweile leben deutlich mehr Studenten im Stadtgebiet und den Ortsteilen als noch vor 10 Jahren. Damit ist es neben der reinen Bautätigkeit an der Zeit, gemeinsam strategische Visionen zu entwickeln. Der Studentenbeirat beim Stadtrat ist ein erster Schritt; weitere Schritte könnten sein:

Die Fischerhütte als Begegnungsort. Ein Kulturzentrum mit Mischnutzung von Stadt und Universität wäre ein großer Schritt zur Integration. Ein Veranstaltungsraum für ca. 200 Besucher ist dort genauso denkbar wie ein Technisches Museum in direkter Nähe der Universität. Dort kann man  Kinder und Jugendliche auf spielerische Art an die Technik heranführen. Tagungsräume, ein Produktionsstudio für Video und Ton sowie ein Café können einen echten Kommunikationsraum schaffen.

Das Technologie- und Gründerzentrum. Das TGZ bildet schon durch seine Lage die Verbindung zwischen Universität und Stadtzentrum, die neue Fußgängerbrücke fügt sich dort gut ein. Im Umfeld des TGZ fehlt schon seit Jahren eine Cafeteria, um im Alltag die Kommunikation zwischen den Firmen zu fördern. Wir sind der Meinung, dass sich dieses Problem lösen lässt.

Den Bahnhof als Bindeglied zwischen Innenstadt und Universität entwickeln.  Die Sanierung des Bahnhofsgebäudes und das neue Terminal B haben den ehemals vorhandenen Schandfleck in der Mitte der Stadt beseitigt. Allerdings sind dabei nur Räume für kommerzielle Nutzung entstanden. Der Wunsch vieler Bürger nach einer teilweisen kulturellen Nutzung wurde von der Stadtverwaltung ignoriert. Wir setzen uns dafür ein, dass dieser Fehler bei der weiteren Entwicklung des Areals nicht wiederholt wird und das Bahnhofsgelände tatsächlich zur Brücke zwischen Innenstadt und Technischer Universität wird.

Bei Veranstaltungen gemeinsam agieren. Konferenzen und das ISWI-Studentenfestival bieten gute Gelegenheiten, um Universität und Stadt gemeinsam zu präsentieren. Hier gibt es noch viele ungenutzte Möglichkeiten. Umgekehrt spielt derzeit die Universitäts-Kultur bei Stadtfesten kaum eine Rolle, auch hier lassen sich Gemeinsamkeiten finden.

Die Kooperation verbessern. Stadtverwaltung und Universität sollen beim gemeinsamen Marketing besser zusammenarbeiten. Die Ilmenau-Information kann Eintrittskarten für Universitätsveranstaltungen ohne Zusatzgebühr verkaufen. Für ehemalige Absolventen ist ein gemeinsames »Besuchspaket« für Universität und Stadt Ilmenau denkbar. Die Universität kann die Stadt unterstützen, wichtige Teile der Kommunikation mit den Touristen (Broschüren, Museumstexte, Website, Audioführer etc.) in Englisch zu verfassen. Spezialisten der Universität können bei bestimmten Projekten der Stadt ihr Fachwissen einbringen. Wir wollen diese Zusammenarbeit fördern.

Eine Willkommenskultur schaffen. Gerade durch die Universität kommen viele Menschen aus anderen Ländern nach Ilmenau. Wir wollen uns dafür einsetzen, dass sich alle Menschen, egal woher sie kommen, hier auch willkommen fühlen. Dazu brauchen wir kompetente, entgegenkommende Beratung von Seiten der Stadt und ihrer Verwaltung. Auch die Internetseiten von Stadt und Universität  können deutlich besser genutzt werden, um zielgerichtet Informationen in anderen Sprachen anzubieten.

4.   Verkehr   

Der Verkehr in Ilmenau und Umgebung ist ein Dauerthema, für das wir eine tragfähige Strategie entwickeln wollen. Dazu gehört für uns:

Ein attraktiver Busverkehr. Busfahren in Ilmenau könnte deutlich attraktiver sein. Dazu gehören für uns geänderte Linienführungen für die Verkehrsströme aus den Ortsteilen sowie zur Universität und Rufbusse in verkehrschwachen Zeiten. Das Semesterticket muss auch für die Ilmenauer Busse gelten. Die Ortsteile von Ilmenau müssen besser an die Innenstadt angebunden und die Buszeiten mit dem Bahnfahrplänen synchronisiert werden.

Ausdehnen der Fußgängerzone. Der Durchgangsverkehr in der Marktstraße ist nicht notwendig. Sperrschilder für die Nacht werden ignoriert, darum sind wir für die Marktstraße als belebte Fußgängerzone.

Ein Marktplatz ist kein Parkplatz. Die Besucher von Amtshaus und Museum finden an den meisten Tagen der Woche den Marktplatz als Parkplatz vor – obwohl in der Goethepassage eine Tiefgarage ist. Das macht den Marktplatz  unattraktiv als öffentlichen Raum für Einwohner und Gäste. Wir setzen uns dafür ein, diesen Zustand zu ändern. Der Umbau der Goethepassage bietet dafür eine gute Gelegenheit.

Ein sinnvolles Verkehrskonzept. Wir fordern ein Verkehrskonzept, bei dem im Innenstadtbereich Fußgänger, Kinderwagen und Fahrradfahrer Vorrang vor Autos haben. Fahrradfahren muss in Ilmenau und zu den Ortsteilen sicher und problemlos möglich sein. Geschwindigkeitsvorgaben sollen mit Verkehrsleittechnik (z.B. geschwindigkeitsabhängigen Ampeln) nachhaltig durchgesetzt werden.

Ein kostendeckendes Parkhaus am Mühlgraben. Das mit Fördermitteln gebaute Parkhaus am Mühlgraben ist seit Jahren zu wenig ausgelastet und ein Zuschussgeschäft. Hier sind neue Ideen nötig, um die Auslastung zu verbessern.

5.   Kultur

Ilmenau bietet für eine Stadt dieser Größe eine erstaunliche kulturelle Vielfalt. Jedoch muss eine Stadt mehr tun, als nur Veranstaltungsgenehmigungen erteilen:

Ein Veranstaltungsraum für 200 Gäste. Seit der Wende fehlt in Ilmenau ein Veranstaltungsraum in mittlerer Größe. Für viele Ereignisse ist die Festhalle zu groß und die vorhandenen Räume zu klein. Die Entwicklung von Bahnhof und Fischerhütte bietet hier gute Chancen, diesen Mangel endlich zu beheben.

Fördern der lokalen Kultur. Jenseits von Blasmusik und Oldie-Disco gibt es in Ilmenau eine vielfältige Kulturszene, die Unterstützung braucht. Das Projekt »Musikbaracke« ist ein guter Anfang,  den es auszubauen gilt. Wir unterstützen alle Initiativen in unserer Stadt,  die sich für die Förderung der Sozio-Kultur einsetzen.

Kultur als kommunale Pflichtaufgabe. Formal ist Kulturförderung eine freiwillige Aufgabe für die Kommune. Die Stadt Ilmenau darf sich jedoch nicht dahinter verstecken und muss Kultur als wichtigen Dienst an der Gemeinschaft behandeln. Die aktuell vorhandene halbe Stelle zur Kulturförderung in der Stadtverwaltung ist zu wenig. Nötig ist ein Kulturbüro, das auch entsprechend ausgestattet sein muss. Andere Städte in Thüringen zeigen bereits, wie das funktionieren kann.

Ein Kulturkonzept für Ilmenau. Die Stadt hat bis jetzt keine klare Strategie zum Thema Kultur. Es ist höchste Zeit, dass sich das ändert – wir wollen uns dafür einsetzen.

Der Bahnhof – Wir treffen uns in der Mitte. Der Bahnhof ist das Bindeglied zwischen Stadt und Universität. Derzeit ist die untere Etage im Terminal B nicht vermietet. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Räume für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden können. Wenn das Areal weiterentwickelt wird, muss die kulturelle Nutzung berücksichtigt werden.

6.   Natur und Umwelt

Ilmenau als Stadt ist auch wegen seiner natürlichen Umgebung attraktiv. Es ist die Pflicht der Stadt, Natur und Umwelt im Interesse der Bürger zu erhalten und zu schützen.

Dazu gehört für uns:

Den Naturschutz im kommunalen Raum stärker zu berücksichtigen. Die Natur kann keine Stadträte wählen und keine Unterschriften sammeln. Gerade darum sind wir verpflichtet, bei allen Aktivitäten im öffentlichen Raum auf ihre Belange zu achten. Wir wollen die »Interessen« der Natur bei Stadtplanung,  Bautätigkeit und Bewirtschaftung des Stadtwaldes stärker berücksichtigt sehen.

Umweltschutz als kommunale Pflicht zu betrachten. Die Stadt Ilmenau darf Umweltschutz nicht nur als gesetzliche Vorschrift betrachten, sondern als wichtigen Beitrag zur Lebensqualität ihrer Einwohner. Wir wollen diesen Prozess unterstützen.

Die Flächenversiegelung zu begrenzen. Wir setzen uns dafür ein, die weitere Versiegelung von Flächen im Stadtgebiet zu begrenzen.

Immobilien der Stadt ökologisch zu sanieren. Wenn an städtischen Immobilien gebaut oder saniert wird, sollen Maßnahmen zur Energieeinsparung und –Gewinnung in jedem Fall berücksichtig werden.

Den Lindenberg touristisch zu erschließen. Wir sind für eine schonende, abgestimmte Entwicklung, die dem Naturschutz genügt. Hier sind die Ideen aller beteiligten Parteien gefragt.

Die Eishalle im Sommer verbessert zu nutzen. Wir unterstützen Konzepte und Initiativen, die Eishalle im Sommer verbessert zu nutzen.

7.   Demokratie

Um die Stadt Ilmenau erfolgreich zu entwickeln, brauchen wir Mitbestimmung und Transparenz. Nur wenn die Vorgänge im Rathaus nachvollziehbar sind, werden sich mehr Bürger für ihre Stadt einsetzen.

Wir treten darum ein für:

Transparenz in Stadtrat, Ausschüssen und Verwaltung. Die Bürger Ilmenaus müssen nachvollziehen können, warum welche Entscheidungen gefallen sind und wie die Verwaltung diese umsetzt. Darum müssen Sitzungsprotokolle und alle anderen öffentliche Dokumente auf den Webseiten der Stadt Ilmenau bereitgestellt werden.

Das Informationsrecht für Bürger. Das Thüringer Informationsfreiheitsgesetz gibt allen Bürgern das Recht, Verwaltungsvorgänge mit allen Unterlagen einzusehen.  Allerdings ist es in den Verwaltungen oft noch schwierig, dieses Recht tatsächlich eingeräumt zu bekommen. Wir wollen darauf hinwirken, dass es im Rathaus Normalität wird, die entsprechenden Auskünfte an die Bürger zu geben. Bei Bedarf unterstützen wird Bürger bei ihren  Anfragen.

Die ständige Mitbestimmung der Bürger. Wir nehmen die Bürger und ihre Anliegen auch  zwischen den Wahlen ernst. Wir unterstützen Bürgerbefragungen als wichtigen Beitrag zur demokratischen Diskussion und zur Entscheidungsfindung. Wir unterstützen ausdrücklich die Möglichkeit von kommunalen Volksbegehren.

Den  Bürgerhaushalt ausbauen. Der Bürgerhaushalt wird seit einigen Jahren in Ilmenau gut von den Bürgen angenommen und ist mittlerweile auch in der Stadtverwaltung akzeptiert. Wir wollen diese Art der Mitbestimmung im Rahmen einer »AG Bürgerhaushalt« weiter unterstützen und ausbauen. Besonders die Rechenschaft der Verwaltung zu den einzelnen Themen des Bürgerhaushaltes kann noch deutlich besser werden – dafür setzen wir uns ein.

Einen Bürgerservice einrichten. Eine moderne Verwaltung ist ein Service für die Bürgerinnen und Bürger. Ein Bürgerservice bietet einen Anlaufpunkt für alle Anliegen der Bürger, die sich so nicht  selbst den richtigen Weg durch die Ämter suchen müssen. Andere Verwaltungen benutzen dieses Modell bereits mit Erfolg. Wir wollen es auch für Ilmenau und seine Ortsteile einführen.

Offizielle Informationen verständlich kommunizieren. <ins>Wir setzen uns dafür ein, dass a</ins><del></del><ins></ins>mtliche  Mitteilungen der Stadt Ilmenau im Amtsblatt und im Internet auch ohne spezielle Kenntnisse des Amtsdeutschen lesbar sind. Im Zweifelsfall wollen wir den gerichtfesten Text um eine zusätzliche, verständliche Beschreibung erweitern. Die Webseiten der Stadt Ilmenau bieten hier auch gute Möglichkeiten, die sich deutlich besser nutzen lassen.

Den Stadtrat bei Personalentscheidungen im Rathaus einbinden. Bei der Besetzung von Stellen im Rathaus ist mehr Transparenz und Mitsprache der Stadträte nötig.  Wir wollen auf einen entsprechenden Stadtratsbeschluss hinwirken

Die folgenden Punkte sind nicht unmittelbar im Rahmen der Stadt Ilmenau zu lösen, da sie zum Teil in Landesgesetzen geregelt sind. Trotzdem sind sie uns wichtig und wir versuchen, Änderungen über die Landespolitik zu erreichen:

Alle Ausschusssitzungen im Rathaus öffentlich machen. Im Moment gibt die Thüringer Kommunalordnung noch vor, dass bestimmte Ausschüsse nichtöffentlich tagen. Wir wollen das so ändern, dass prinzipiell alle Sitzungen öffentlich sind. Es bestünde dabei nach wie vor die Möglichkeit, bestimmte Themen in einem nichtöffentlichen Teil zu behandeln.

Die Amtszeit des Bürgermeisters begrenzen. Wir setzen uns auf Landesebene dafür ein, dass ein Thüringer Bürgermeister maximal 12 Jahre im Amt bleiben darf.

8.   Finanzen

Alle Aufgaben und Vorhaben einer Stadt müssen auch bezahlbar sein. Ilmenau ist kaum verschuldet und hat eine solide Basis, die wir mit Verstand und Visionen nutzen müssen.  

Darum sind unsere Schwerpunkte bei der Finanzplanung:

Gute Konzepte für langfristige Projekte. Wenn viel Geld ausgegeben werden soll, ist eine solide Planung wichtig. Wir setzen uns dafür ein, dass Finanzprojekte auf sinnvollen  Strategien beruhen, die auch langfristig funktionieren. Beispiele dafür sind eine klare Strategie zur Stadtentwicklung und das Energiekonzept.

Prioritäten setzen. Nicht alle Wünsche lassen sich gleichzeitig realisieren. Darum wollen wir eine Liste mit Prioritäten aufstellen, die Pflichtaufgaben der Kommune genauso berücksichtigt wie die Anliegen der Bürger. Diese Liste muss öffentlich diskutiert werden und für alle Bürger einzusehen sein.

Interessensausgleich. Zu vielen Dingen gibt es verschiedene Meinungen. Wir streben in diesen Fällen einen vernünftigen Ausgleich der Interessen zum Wohl der Gemeinschaft an. Besonders wichtig ist uns dabei, dass die Situation der Betroffenen eines Beschlusses angemessen berücksichtigt wird.

Transparenz. Finanzentscheidungen und Kosten einer Stadt dürfen  kein Geheimnis sein. Die Bürger haben ein Recht darauf, Informationen über die finanziellen Vorgänge  der Stadt in verständlicher Form zu erhalten. Wir treten dafür ein, die finanziellen Vorgänge in der Stadt Ilmenau transparent zu gestalten. Dazu gehört auch, Daten und Unterlagen so bereitzustellen, dass sie für den interessierten Bürger verständlich sind.

Mitbestimmung: Wir treten für den Bürgerhaushalt ein, um die Einwohner Ilmenaus an den Entscheidungen zu den Finanzen zu beteiligen. Die  Rechenschaftslegung der Stadt zum Bürgerhaushalt muss transparenter werden.