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25.08.2019

Informationen

Schwimmhalle - Sanierung oder Neubau?

 

Worum geht es?

Die alte Schwimmhalle am Stollen ist in die Jahre gekommen. Im August 2014 gab die Stadtverwaltung ein Gutachten in Auftrag, das den Zustand und die Perspektive für die alte Schwimmhalle untersuchen sollte. Das Gutachten liegt der Stadtverwaltung und den Stadträten vor; ist aber immer noch nicht von der Stadtverwaltung online gestellt worden.

Dieses Gutachten war der Auslöser, als Alternative über den Neubau einer Schwimmhalle nachzudenken. Auch dafür gibt es ein Gutachten, das online verfügbar ist. (hier)

Die Diskussion dreht sich nun darum, ob die alte Schwimmhalle für ca 4,5 Mio Euro in den nächsten 20 Jahren saniert oder für ca 10 bis 12 Mio Euro auf Kredit eine neue Halle gebaut werden soll.

Genau zu diesem Thema gibt es eine Bürgerversammlung am 30. April.

Unsere Pressemitteilung zum Thema finden Sie hier.

Was ist mit der alten Schwimmhalle?

Eigentlich hat sich hier nichts geändert. Die Schwimmhalle funktioniert nach wie vor und erfordert die normale Wartung und schrittweise Sanierung, die auch schon in den letzten Jahren notwendig war.

Das Gutachten vom letzten Sommer hat den entsprechenden Status Quo erfasst und daraus ermittelt, dass mit einer Investition von ca. 4,5 Mio Euro in den nächsten 20 Jahren die alte Schwimmhalle so erhalten werden kann, wie wir sie bis jetzt kennen. Zusätzlich läßt sich für diese Summe auch noch der Aussenbereich neu gestalten. Sieht man sich diese Zahlen genau an, so bedeutet das Kosten von etwa 225.000 Euro im Jahr. Diese Summe ist nicht ungewöhnlich; auch in der Vergangenheit wurde im Mittel dieser Betrag pro Jahr aufgewendet, um die Schwimmhalle zu erhalten und schrittweise in den verschiedenen Bereichen zu sanieren. Das ist übrigens auch bei einer neuen Schwimmhalle nach einigen Jahren nötig - das liegt im Wesentlichen an zwei Dingen:

  1. Eine Schwimmhalle ist eine Gebäude mit viel Wasser darin - ein Zustand, den man eigentlich bei Bauwerken immer zu vermeiden versucht. Das Wasser "nagt" an der Bausubstanz, darum muss man ständig mit entsprechenden Massnahmen dagegenhalten. (Schiffe auf See werden übrigens auch ständig neu gestrichen)
  2. In einer Schwimmhalle ist viel Technik eingebaut – Rohrleitungen, Filteranlagen, Lüftung, Heizung, Sanitäranlagen, Elektrik, Steuerelektronik. Auch diese Technik muss betrieben, gewartet und gegebenenfalls ersetzt werden. Das kostet ebenfalls laufend Geld.

Aber eine neue Schwimmhalle ist doch toll, oder?

Im Prinzip schon, und wir vom Bürgerbündnis haben im Prinzip auch nichts gegen eine neue Schwimmhalle - im Gegenteil. Allerdings gibt es eine ganze Reihe von Dingen zu hinterfragen, um das Projekt erfolgreich realisieren zu können.

  1. Eine neue Schwimmhalle wird größer (und hoffentlich schöner). Das bedeutet aber auch, sie braucht mehr Energie. Die Synergieeffekte mit der Eishalle bei der Energieversorgung sind leider nicht so groß, wie in der Studie dargestellt, da die Eishalle selbst recht viel Energie braucht. Sinnvoll wäre es, die Schwimmhalle mit regenerativen Energien zu versorgen. Die Dachfläche dafür wäre vorhanden. Leider hat dieser Vorschlag schon bei der Eishalle keine Mehrheiten im Stadtrat gefunden, so dass das vermutlich auch bei einer neuen Schwimmhalle nicht funktionieren wird. Im Endeffekt werden damit die Betriebskosten einer neuen Schwimmhalle absolut gesehen höher ausfallen als in der alten Schwimmhalle.
  2. Das Gutachten konzentriert sich darauf, die neue Schwimmhalle am "Wunschstandort" neben der Eishalle aufzubauen. Andere Standorte und andere Varianten des Baus werden im Gutachten eher "pro forma" abgehandelt und auch in der Diskussion zu wenig behandelt. Wir bedauernd das.
  3. Die neue Schwimmhalle soll 10 bis 12 Mio. Euro kosten. Wenn es dafür keine Förderung gibt, muss diese Summe über Kredite finanziert aus dem Haushalt der Stadt Ilmenau kommen. Wir sind der Meinung, dass dafür eine genaue Berechnung der Belastungen nötig ist - schließlich muß man damit rechnen, dass die Kredite über lange Jahre zurückgezahlt werden müssen. In dieser Zeit kann es sein, dass das Geld für andere wichtige Dinge fehlt. Aktuell ist es so, dass sowohl die Gewinne der Stadtwerke – an denen die Stadt Ilmenau beteiligt ist – als auch die Gewerbesteuereinnahmen sinken.

Im Prinzip geht es darum, genau zu rechnen, ob sich die Stadt Ilmenau eine neue Schwimmhalle jetzt leisten kann oder ob es besser wäre, die alte Schwimmhalle noch einige Jahre zu erhalten und in der Zeit Geld für einen Neubau anzusparen.

Wir hoffen, dass die Stadtverwaltung bei der Einwohnerversammlung auf diese Frage klare Antworten geben kann.